Übersicht

Unter diesem Punkt sollen Situationen angesprochen werden, die in der Hobbyimkerei immer wieder vorkommen. Es werden Tips zur Situationsanalyse und für imkerliche Massnahmen gegeben.

Die Leser dieser Seite sind aufgefordert, Fragen und Probleme, die sie haben, anzusprechen (am besten via mail an "VEREIN/MAIL AN DEN VEREIN") sowie imkerliche Tätigkeiten zu beschreiben. Wir werden den Themen nachgehen und, soweit es uns möglich ist, Abhilfemaßnahmen beschreiben.

Pflege von Jungvölkern

Anfänger in unseren Kursen bekommen Jungvölker. Auch erfahrene Imker ziehen Jungvölker auf, um ihren Bestand zu verjüngen. Jungvölker bilden die Basis für die nächsten Jahre.

Jungvölker haben eine junge Königin aus dem Jahr in dem sie gebildet werden. Ca eine Woche, je nach Witterung, nachdem sie geschlüpft ist, fliegt sie aus zum Begattungsflug. Sie fängt, ca eine Woche nach dem Begattungsflug, an zu legen. 

Wenn die Königinnen noch im Juni in Eiablage gehen, werden die Jungvölker bis Ende Juli/ Anfang August stark genug, dass sie den Winter überleben können. 

Jungvölker werden in der Regel in Ablegermagazinen oder in normalen Magazinen mit mehreren Völkern in einem Magazin auf drei oder fünf Waben herangezogen. Spätestens Anfang Juli werden sie in normal große Magazine (z.B. 10 Waben HH Zander) umlogiert.

Die Brut der Jungvölker wird dabei auf eine Seite des großen Magazins gehängt. Die Futterwabe kommt nach innen. 

Auf der Seite der Brut wird ein sehr kleines Flugloch (1 cm - 2 cm breit) frei gelassen. Da die Völker noch nicht sehr viele Bienen haben, können sie ein großes Flugloch nicht gegen Räuberei verteidigen. Das übrige Flugloch wird verschlossen. Bei manchen käuflichen Magazinen ist der Fluglochkeil so gemacht, dass das schmale Flugloch in der Mitte liegt. Diese Fluglochkeile sind für Jungvölker nicht geeignet. Bei diesen Magazinen muss das Flugloch für Jungvölker anderweitig z.B. mit Schaumstoff verengt werden. 

Nach einiger Zeit wird/ werden die Wabe(n) mit dem Futter weiter in das Magazin verschoben und zwischen das Futter und die Brut eine neue leere ausgebaute Wabe oder eine Mittelwand gehängt. Wenn diese dann mit Brut belegt ist, wird weiter geschoben, bis das Futter an der gegenüberliegenden Seite des Magazins angekommen ist.

Sehr starke Jungvölker, die im Mai gebildet wurden, brauchen manchmal im Juli ein zweites Magazin. In der Regel reicht es aber aus, die Jungvölker auf einem Magazin zu überwintern.

Ab Mitte Juli, wenn es kaum noch Tracht gibt, kann es vorkommen, dass Jungvölker mit Zuckerwasser oder Futterteig gefüttert werden müssen. Vorsicht: nicht zu viel auf einmal füttern. Höchstens 1l Zuckerwasser jede Woche geben. Wenn man sieht, dass wenigstens eine Wabe voll Futter (oder zwei teilweise gefüllte) im Volk vorhanden ist, nicht mehr füttern. Dann verfügt das Volk über ca 2 kg Futter. Soviel braucht ein Jungvolk um kurzfristige Engpässe im Futterstrom zu überbrücken.

Ab Ende August wird schrittweise für den Winter eingefüttert (auf der Alb 15 kg Zucker). Da Jungvölker im Sommer länger brüten, brauchen sie Platz für Brut. Daher nicht alles auf einmal und nicht zu früh füttern. Allerdings muss das Winterfutter (auf der Alb) bis Ende September gegeben sein. Wenn es kalt wird, wird es nicht mehr abgenommen.

Wenn nötig, werden Jungvölker im September mit AS gegen Varroa behandelt. Dazu Varroaschieber drei Tage lang einsetzen. Gefallene Varroa zählen. Wenn mehr als fünf Varroa je Tag fallen, mit AS behandeln. Auch mit der Puderzuckermethode kann der Varroabefall schnell und zuverlässig erfasst werden.

Die Schadschwellen, ab denen eine Varroabehandlung erfolgen sollte, sind auch im Punkt "Schadschwellen" dargestellt.

Achtung: beim Umgang mit AS Sicherheitsregeln beachten. Säurefeste Handschuhe und Schutzbrille tragen. Keine AS auf die Haut verläppern. Wasser zum Abwaschen bereithalten.

Im November/ Dezember schliesst sich eine OS Behandlung als Restentmilbung an.

Zur Pflege von Jungvölkern den Artikel von Dr Aumeier in der "Bienenpflege" Juli/ August 2017 S. 355 und die Monatsbetrachtungen ab S. 320 ansehen!

https://www.immelieb.de/downloads/monatsbetrachtungen-pia-aumeier-2017/

Den Text für Juni 2017 herunter laden.

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Schwarm

Es kommt immer wieder vor, dass ein Schwarm abgeht, bei den eigenen Völkern oder bei einem anderen Imker.

Wenn der Schwarm ohne Gefahr für den Imker eingefangen werden kann, sollte man einen Schwarm immer retten. Schwärme haben in der Natur kaum eine Chance den Winter oder auch das nächste Jahr zu überleben.

Vorsicht: ein Schwarm ist es nicht wert, dass der Imker von der Leiter fällt und sich verletzt.

Ein gut erreichbarer Schwarm kann leicht eingefangen werden.

Der Schwarm sollte mit Wasser eingesprüht werden. Dadurch kühlen sich zumindest die äußeren Bienen des Schwarms ab. Sie fliegen dann nicht mehr so wild auf. Man kann nach dem Einsprühen etwas warten und dann nochmals sprühen. Damit werden mehr Bienen mit Wasser benetzt. Zum Sprühen hat sich eine Gartenspritze bewährt in die natürlich immer nur Wasser und nie Gift gefüllt wird. Eine Gartenspritze hat ein 30cm -40cm langes Sprührohr. Damit kann man einfach den Schwarm von allen Seiten einsprühen. Zudem verteilt eine solche Spritze das Wasser mit Druck sehr fein und benetzt die Bienen gleichmäßig.

 Zum fangen gibt es verschiedene käufliche Schwarmfangkisten. Bei allen hat der Behälter ein Flugloch, das aber mit einem Gitter, meist von Innen, versehen ist, so dass die Königin, wenn sie einmal in dem Behälter ist, nicht mehr entweichen kann. Zu dem Flugloch können Bienen in den Schwarmfangkasten zu der Königin ein- und wieder ausfliegen. Ausserdem haben die Behälter eine mit einem Gitter versehene Öffnung, durch die der Duft der Königin ausströmt und für die draussen gebliebenen Bienen zu riechen ist.

Wenn man die Königin im Behälter hat, werden sich die Bienen, die sich noch ausserhalb befinden, innerhalb von ein bis zwei Stunden in dem Behälter sammeln.

Wenn man die Königin nicht erwischt hat, wird der Schwarm wieder ausziehen und die Aktion geht von vorne los.

Bewährt hat sich, einen Schwarm mit einem präparierten Eimer zu fangen. In den Eimer werden kleine Löcher gebohrt, < 3 mm Durchmesser. Die Löcher dienen der Lüftung, da ein gefangener Schwarm sehr warm werden und ohne Lüftung verbrausen kann.

Im Eimer kann man noch Aufstiegshilfen anbringen, z.B. Drahtgeflecht, wie es bei Bodengittern von Beuten verwendet wird. Daran können sich die Bienen hochziehen und die Wärme im Eimer besser verteilen.

In den Deckel des Eimers wird eine (oder zwei) Bienenflucht eingesetzt. Durch diese können die Bienen in den Eimer kriechen aber den Eimer nicht wieder verlassen.

Der Fangbehälter/ Eimer wird unter den Schwarm gehalten und dann der Ast, an dem des Schwarm hängt, kräftig geschüttelt. Die Bienen fallen in den Behälter. Gelegentlich kann es nötig werden, den Schwarm mit einem Imkerbesen in den Behälter zu kehren. Zügig, aber nicht hektisch arbeiten!

Der Behälter wird in der Nähe des Schwarms im Schatten aufgestellt oder aufgehängt.

Die Bienen, die beim Abschütteln aufgeflogen sind, bemerken, dass sie keine Königin mehr haben und werden diese in kurzer Zeit in dem Behälter riechen. Sie sammeln sich dann aussen am Behälter und kriechen langsam in den Behälter.

Wenn der Schwarm im Behälter ist, kann er in eine vorbereitete Beute eingeschlagen werden. Es hat sich bewährt, das am selben Abend zu machen. Dann wird der Schwarm über Nacht in der Beute bleiben und diese dann am nächsten Tag normalerweise auch nicht mehr verlassen.

In die Beute kommt eine Futterwabe und sonst nur Mittelwände. Der Schwarm wird in kurzer Zeit, in ca einer Woche, alle Mittelwände ausbauen.

Wenn der Schwarm eine begattete Königin hat, wird diese einlegen. In wenigen Tagen sieht man dann Eier und innerhalb einer Woche die erste geschüpfte Brut. Wenn man diese Königin behalten will, kann man die Entwicklung des Schwarms abwarten. Wenn man die Königin nicht auf Dauer haben will, wird sie bei Gelegenheit durch eine junge Königin aus der laufenden Vermehrung ersetzt.

Ein Schwarm ergibt immer ein gutes Pflegevolk für eine junge Königin.

Wenn der Schwarm eine noch unbegattetet König hat, ein sog "Singer-Schwarm", wird diese in ca einer Woche begattet werden und ca zwei Wochen nach dem Schwarmvorgang anfangen zu legen. Wenn man diese Königin behalten will, sollte man sie dann zeichnen. Solange im Schwarm noch nicht sehr viele neue Bienen geschlüpft sind, wird man die Königin leicht finden. Wenn das Volk einmal stark geworden ist, findet man sie nicht mehr so leicht.

Es kann sein, dass man den Schwarm, wie jedes Jungvolk füttern muss, wenn die Tracht nachlässt. Auch ein Schwarm sollte immer ca 2kg, d.h. einen volle Futterwabe,  Futtervorrat haben.

Man kann die Bienen des Schwarms auch anders verwenden. Dazu teilt man den Schwarm auf mehrere kleine Begattungskästchen, z.B. Segeberger Begattungskästchen, auf und gibt eine junge, gerade geschlüpfte Königin aus der laufenden Vermehrung dazu. Wenn man noch keine Königin hat, kann man auch eine schupfreife Zelle aus der laufenden Vermehrung dazu geben.

In das Begattungskästchen kommen etwa soviele Bienen wie in ein Honigglas oder eine Suppenschöpfkelle passen. In das Kästchen kommt Futterteig. Das Kästchen wird für etwa zwei - drei Tage an einen kühlen, dunklen Platz gestellt (Kellerhaft). Dann kommt das Kästchen ins Freie.

Die jungen Königinnen werden von dem Mini-Pflegevolk versorgt, begattet und fangen dann an zu legen. Natürlich ist in dem kleinen Begattungskästchen nicht genügend Platz um ein vollwertiges Volk zu entwickeln. Die Königinnen können später in andere Völker eingeweiselt werden.

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Varroa Schadschwellen

Die Bilder zeigen die Schadschwellen für die Varroabehandlung

Dabei werden entweder die Varroa auf der Windel gezählt, die natürlicherweise abfallen und auf die Tage der Diagnose umgerechnet

oder es werden die Varroa gezählt, die bei der Puderzuckermethode bei 500 untersuchten Bienen anfallen

Varroa Schadschwellen natürlicher Varroaabfall im Gemüll je Diagnosetag auf der Windel

Varroa Schadschwellen Puderzuckermethode je 500 untersuchte Bienen ~ 50 g

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Königin fehlt

In einem Bienenvolk wird keine Königin gefunden und auch keine Eier, die darauf hinweisen dass zumindestens bis von 3 Tagen eine Königin anwesend war.

Es kann verschiedene Gründe dafür geben, dass man keine Königin findet:

  • In der Schwarmzeit ist das Volk mit der alten Königin abgeschwärmt
    Wenn der Schwarm vor mehr als drei Tagen aber nicht länger als vor 3-4 Wochen abgegangen ist, wird man keine Königin und keine Eier finden. 
    Man wird aber Weiselzellen z.B. auf der Drohnenwabe und/ oder am Rand der Waben finden. Diese Weiselzellen liegen senkrecht nach unten und sind deutlich größer als Zellen mit Arbeiterinnenbrut. Im Gegensatz dazu liegen Drohnenzellen normalerweise waagrecht.
    Wenn der Schwarm schon vor mehr als einer guten Woche abgegangen ist, sind aus den Weiselzelen bereits Königinnen geschlüpft. Man sieht geöffnete Weiselzellen.
    Drei bis vier Wochen nach dem Abgang des Schwarms sollte die neue Königin mit der Eiablage beginnen. Je nach Witterung kann das ein paar Tage länger dauern.
    Wenn man danach die Königin sieht, sollte man sie gleich in der Jahresfarbe zeichnen, damit sie später bei der Durchsicht des Vokes besser auffällt.
  • Aus Versehen kann es vorkommen, dass der Imker nicht erkennt, dass ein Volk abgeschwärmt ist. Vorsicht bei der Schwarmkontrolle. Die Schwarmzellen sollten nur entfernt werden, wenn man im Volk noch Eier sieht. Wenn das Volk geschwärmt war und man die Schwarmzellen entfernt, kann das Volk dann immer noch Nachschaffungszellen ziehen.
  • Die Königin ist durch imkerliche Maßnahmen beschädigt worden
    Auch bei erfahrenen Imkern kann es vorkommen, dass die Königin unbeabsichtig beschädigt wird.
    Wenn in dem Volk dann noch jüngste Brut oder Eier vorhanden sind, wird das Volk daraus Nachschaffungszellen ziehen und sich damit wieder eine neue Königin beschaffen. Spätestens nach vier Wochen sollte eine neue Königin selbst Eier legen. 
    Wenn das nicht der Fall ist, sollte man dringed eine Weiselprobe machen und falls nötig eine neue Königin zusetzen bevor das Volk drohnenbrütig wird.
  • der Imker hat einen Ableger gemacht oder ein Jungvolk gebildet, eine junge Königin ist geschlüpft, es werden aber keine Eier gefunden.
    Zwei bis drei Wochen, je nach Witterung, nachdem eine Königin geschlüpft ist oder nachdem man eine geschlüpfte Königin zugesetzt hat, wird diese mit der Eiablage beginnen. Wenn das nicht der Fall ist, Weiselprobe machen und, wenn nötig, eine neue Königin zusetzen bevor das Volk drohnenbrütig wird.
  • die Bienen haben eine "stille Umweiselung" versucht, dabei ist aber keine Königin entstanden, die anschliessend legt.
    In diesem Fall haben die Bienen Weiselzellen angelegt. Wenn diese verdeckelt sind schwärmt das Volk aber nicht ab. Daher heisst dies "stille Umweiselung" im Gegensatz zum Schwarm, bei dem es "laut" hergehen kann. Dieses Verhalten findet in der Regel ausserhalb der normalen Vermehrungszeit im Spätsommer oder gleich nach dem Winter statt.
    Wenn ca zwei Wochen nach einer stillen Umweiselung keine Königin legt, Weiselprobe machen. Wenn nötig, neue Königin zusetzen. Hierzu muss man im Spätsommer noch Reserveköniginnen haben und auch Königinnen als Reserve über den Winter bringen. 
    Wenn man keine Königin mehr zur Verfügung hat, kann man ein solches Volk auf ein anderes Volk aufsetzen. Das andere Volk wird dadurch verstärkt. Die Bienenmasse geht nicht verloren.
    Vorsicht: kein drohnenbrütiges Volk auf ein anderes aufsetzen.

Wöchentliche Kontrolle!

Bei all den vorher beschriebenen Fällen ist es wichtig, rechtzeitig zu erkennen, dass keine Königin vorhanden ist und dann richtig zu reagieren.
Das geht nur mit einer regelmäßigen wöchentlichen Kontrolle während der ganzen Brutzeit der Bienen vom Ende des Winters, wenn die Bienen wieder fliegen bis in den Herbst, wenn die Bienen für den Winter gefüttert und gegen Varroa behandelt sind. Dabei sollte man seine Beobachtungen aufschreiben damit man den Überblick nicht verliert. Die Verwendung einer Stockkarte erleichtert die "Buchführung".

Weiselprobe

Immer wenn man unsicher ist, ob eine Königin im Volk ist, kann man eine Weiselprobe machen. Bei der Weiselprobe wird dem Volk eine Gelegenheit gegeben, Weiselzellen nachzuschaffen. Dazu wird von einem anderen Volk eine Wabe mit jüngster Brut, möglichst noch mit Eiern, entnommen und in das Volk gehängt. Anstelle einer ganzen Brutwabe kann man auch nur 3-5 Weiselbecherchen (Nicot Weiselspitzhalter und Kunststoff Weiselbecher) mit je einer jüngsten Larve auf eine Wabe stecken.

Wenn das Volk keine Königin hat, wird man nach zwei bis drei Tagen Weiselzellen finden, die in der Brutfläche der gegebenen Arbeiterinnenbrut liegen. Die Bienen haben aus der vorhandenen Arbeiterinnenbrut einige Brutzellen "umfunktioniert" und Weiselzellen sog. Nachschaffungszellen gezogen, die senkrecht nach unten zeigen.

Aus den Nachschaffungszellen entwickeln sich dann Königinnen.
Wenn keine Nachschaffungszellen gebildet werden, kann es sein, dass das Volk bereits eine Königin hat. Diese Königin fängt dann innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen an zu legen. Je nach Witterung kann das ein paar Tage mehr dauern.
Es kann aber auch sein, dass die Bienen bereits zu alt geworden sind und keine Weiselzellen mehr anziehen. So ein Volk wird in der Regel dann drohnenbrütig.

Drohnenbrütiges Volk

Man sollte auf keinen Fall ein Volk viel länger als eine Woche ohne Königin lassen oder ohne die Möglichkeit, eine Königin zu ziehen. Sonst werden in dem Volk einige unbegattete Arbeiterinnen anfangen Eier zu legen aus denen sich aber nur Drohnen entwickeln können. Diese Arbeiterinnen heissen "Drohnenmütterchen". Das Volk wird "drohnenbrütig". Ein solches Volk ist auf die Dauer nicht überlebensfähig, da ihm die Arbeiterinnen fehlen, die Pollen und Nektar sammeln und damit die Nahrungsversorgung des Volkes sicher stellen. Man erkennt ein drohnenbrütiges Volk daran, dass die Brutfläche unregelmäßig mit Drohnenbrut bedeckt ist. Man nennt das dann auch "buckelbrütig". Ein drohnenbrütiges Volk wird keine Königin annehmen, die man dann zusetzt. Das Volk ist verloren. Es wird in einigem Abstand von bisherigen Platz abgekehrt. Die Bienen betteln sich in andere Völker ein. Die Drohnenmütterchen fliegen nicht zurück bzw sie werden nicht in andere Völker hinein gelassen. Ein/ zwei Tage später kann man auf den Platz ein neues Volk stellen.

Vorsicht Königin bei der Durchsicht nicht beschädigen.

Eine Königin sollte in der Jahresfarbe gezeichnet sein. Dann fällt sie bei der Durchsicht besser auf. Wenn man bei der Durchsicht eine Königin sieht und am Volk noch weitere Arbeiten nötig sind, sollte man die Königin schützen. Dazu fängt man die Königin vorsichtig mit einem Abfangclip und legt sie auf die Rähmchen des offenen Volkes. Sie wird durch die aufsteigende Wärme nicht auskühlen. Die Arbeiterinnen können durch die Schlitze des Abfangclips die Königin versorgen.

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Junge Königin einweiseln

Auch gute Bienenköniginnen müssen ersetzt werden, wenn sie älter werden. Mit jungen Königinnen erhält man die Leistungfähigkeit eines Volkes.

Junge Königinnen sind im nächsten Frühjahr die "Rennpferde" der neuen Saison.

Jetzt im Frühherbst ab Ende August bis September, wenn die Legeleistung der alten Königin nachlässt, ist die beste Zeit neue Königinnen in bestehende Völker einzuweiseln.

Die jungen Königinnen hat man zur besten Vermehrungszeit im Mai- Juni eventuel noch im Juli von sehr guten, vermehrungswürdigen Muttervölkern heran gezogen.

Am besten macht man eine notwendige AS Behandlung bevor die neue Königin zugesetzt wird. So wird die Neue nicht von der AS geschädigt.

Man kann von seinen eigenen "besten" Völkern oder von Zuchtmüttern von anerkannten Züchtern nachziehen. Siehe dazu den Punkt Vermehrung von Königinnen 

https://alb-lautertal.lvwi.de/vereinsleben/koeniginnenvermehrung/

Die jungen Königinnen sind seitdem in Eiablage und gezeichnet und haben kleine Pflegevölker gebildet.

Je nachdem, wie stark das Pflegevolk ist, kann man die neue Königin mit oder ohne ihr Pflegevolk einweiseln.

  • Umweiseln mit einem starken Pflegevolk.

    Die bisherige Königin wird gesucht und in einen Käfig, z. B. einen Iltis, eigesperrt. Das geht natürlich am einfachsten, wenn die Königin gezeichnet war.

    Das Volk wird auf ein oder zwei Magazine, je nach Volksstärke, reduziert.

    Einen bis einige Tage später , wenn sich das Volk von der Einengung beruhigt hat,  wird die alte Königin im Käfig entfernt.

    Man kann auch eine gute Woche warten. Dann gibt es im Volk keine Eier von der alten Königin und keine jüngste Brut mehr. d.h. die Bienen können keine eigene Königin mehr durch Nachschaffen anziehen. Sie nehmen dann die Neue besser an. Allerdings reduziert die Brutpause auch die Volksstärke drei Wochen später, Ende September,  wenn die Winterbienen aufgezogen werden. Man sollte diese Maßnahme daher nur bei starken Völkern anwenden.

    Das Pflegevolk mit der jungen Königin wird auf das alte Volk aufgesetzt.

    Wenn man ganz vorsichtig sein will, kann man ein Zeitungspapier dazwischen legen in das man einige Löcher gestochen hat. Die Bienen werden sich durch das Papier durchnagen. Bis dahin haben sie den Stockgeruch der alten Königin verloren und nehmen die neue Königin an.

    Eine andere Vorsichtsmaßnahme ist, die neue Königin in einem Käfig, z.B. Iltis, zuzusetzen. Der Käfig wird geöffnet und die Öffnung mit Futterteig verschlossen. Die Bienen fressen die Königin aus und nehmen sie in der Regel an. Ganz Vorsichtige setzen die Königin in einem verschlossenen Käfig mit etwas Futterteig einige Tage zu. Erst dann wird der Käfig geöffnet und die Öffnung mit Futterteig verschlossen damit die Königin ausgefressen werden kann.

    Wenn das Pflegevolk stark ist aber noch kein ganzes Magazin füllt, kann man aus dem oberen Magazin des alten Volkes einige Waben ohne Brut, mindestens drei,  entfernen und durch Waben des Pflegevolkes mit Brut und mit der Königin dabei zusetzen. Auch hier kann ein Käfig zum Schutz der jungen Königin verwendet werden.

  • Umweiseln nur mit der jungen Königin.

    Wenn man sehr spät Königinnen nachgezogen hat, hatten die noch nicht genügend Zeit, ein starkes Pflegevolk zu bilden. Auch Königinnen, die in kleinen Begattungskästchen, z.B. Seegeberger Begattungskästchen, nachgezogen wurden, haben keine starken Pflegevölker im Standmaß.
     
    Auch diese Königinnen sind gezeichnet und sind in Eiablage.

    In diesem Fall muss die neue Königin ohne den Schutz ihres Pflegevolkes zugesetzt werden.

    Alte Königin in Käfig einige Tage einsperren (s.oben). Sie kann nicht mehr legen. Dadurch nimmt ihr Stockgeruch nach einige Tagen stark ab. Trotzdem ist sie noch vorhanden und das Volk wird nicht drohnenbrütig.

    Dann alte Königin entfernen.

    Die neue Königin im Käfig mit Futterteig, wie oben beschrieben, zusetzen. Auch hier kann man die neue Königin erst einige Tage im Käfig eingesperrt lassen und sie dann erst ausfressen lassen.

Im Septemberheft  2018 der Zeitung "bienen & natur" S 12-13 gibt es einen Artikel von Dr Neumann "Junge Königinnen gut einweiseln. So wird's gemacht".

"Imkerpraxis: Königinnen zusetzen

Alter und Abstammung der Königinnen kann durch Einweiseln von jungen, legenden Königinnen beeinflusst werden. Doch nicht immer gelingt das Zusetzen der Königin. Während das Umweiseln im Juli sehr schwierig ist, wird es im September zum Kinderspiel. Dr. Frank Neumann gibt praktische Tipps."

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